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Das 1. Bonner Epilepsie Forum fand großen Anklang

Am Samstag, 9. November 2019, freuten sich Herr Thomas Porschen vom Landesverband Epilepsie Selbsthilfe NRW e.V. und Prof. Dr. Rainer Surges  von der Bonner Universitätsklinik für Epileptologie über fast 200 Besucherinnen und Besucher des 1. Bonner Epilepsie Forums, das der Landesverband und die Klinik gemeinsam organisiert hatten.

 

Der Landesverband blickt in diesem Jahr auf sein 25-jähriges Bestehen und die Klinik auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück. Prof. Surges nutzte die Gelegenheit, sich den Teilnehmerinnen  und Teilnehmern als neuer Klinikdirektor vorzustellen; er hatte diese Aufgabe im April dieses Jahres von seinem Vorgänger, Prof. Dr. Christian E. Elger übernommen, der die Bonner Klinik seit 1990 zu einer der weltweit renommiertesten Institutionen für die Behandlung und Erforschung der Epilepsien ausgebaut hatte.

 

Prof. Surges begann mit einem kurzweiligen Ausblick auf die Pläne der Klinik für Epileptologie für die nächsten fünf Jahre. Einen wichtigen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt werden dabei die psychischen Aspekte epileptischer und nichtepileptischer Anfallserkrankungen, neue Geräte zur automatischen Anfallserkennung und die Weiterentwicklung epilepsiechirurgischer Verfahren  bilden. Herr Porschen erläuterte danach die Möglichkeiten der Selbsthilfevereinigungen und Selbsthilfegruppen, Patientinnen und Patienten mit Epilepsie bei der Krankheitsbewältigung im Alltag zu unterstützen. Auch auf die derzeitigen Lieferengpässe mancher Epilepsiemedikamente ging er ein und empfahl den Teilnehmern notfalls die direkte Kontaktaufnahme mit der Herstellerfirma sowie der zuständigen Bundesbehörde (BfArM, Bonn; Internet: www.bfarm.de). Im nachfolgenden Vortrag gab Frau Dr. Randi von Wrede, geschäftsführende Oberärztin der Klinik, einen Überblick über die sehr alltagsrelevanten Themen Auto fahren, Berufswahl und Berufsausübung.

 

Es folgten  zwei interessante Vorträge aus den Wissenschaftsbereichen der Klinik. Zum einen erläuterte Prof. Dr. Klaus Lehnertz, Neurophysiker, warum epileptische Anfälle aus Sicht der Physik so schwer messbar und noch schwerer vorhersagbar sind. Er verglich dabei die Vorgänge im Gehirn mit dem Wetter, das prinzipiell nur auf maximal drei Tage vorhergesagt werden könne; selbst mit den allergrößten Computern ließe sich dies nicht mehr weiter verbessern. In dem letzten Vortrag berichtete Herr Prof. Dr. Christoph Helmstaedter, Neuropsychologe, über die häufigen Gedächtnisprobleme vieler Betroffener (vor allem bei fokalen Epilepsien). Dabei sprach er auch die Frage an, was man denn am besten dagegen tun könne und er ermutigte die Teilnehmer: "Nehmen Sie aktiv am Leben teil!" – ganz nach dem Motto "Use it or loose it!" (d.h. Nutzen Sie Ihre geistigen Reserven, sonst verlieren Sie sie!).

 

In der Mittagspause konnten sich die Besucherinnen und Besucher des Patiententages an den Ständen verschiedener Firmen, der Stiftung Michael und der Selbsthilfe weiter über verschiedene Aspekte der Epilepsie und den Behandlungsmöglichkeiten informieren. Vertreten waren die Pharmafirmen Bial, Desitin, Eisai und UCB Pharma sowie die Medizinproduktehersteller LivAssured (NightWatch zur nächtlichen Überwachung bei Grand Mal-Anfällen) und Livanova (VNS). Diese Firmen hatten den Patiententag auch finanziell großzügig unterstützt (z.B. das kostenfreie Catering für alle Besucher).

  

In einer abschließenden Runde konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Fragen an die Experten richten und es entwickelte sich ein lebhafter Austausch über den praktischen Umgang mit der Erkrankung Epilepsie im Alltag. Der Patiententag endete mit der Einladung zu einer Klinikführung für Interessierte.

  

Die gemeinsame Organisation und Ausrichtung dieser erfolgreichen Informationsveranstaltung empfanden die Beteiligten des Landesverbandes und der Klinik als außerordentlich angenehm und zufriedenstellend, so dass man künftig regelmäßig mit dem Bonner Epilepsie Forum rechnen kann (vermutlich 2021!).

Homepage der Uniklinik Bonn