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Spezielle Nervenzellen für Tiererkennung

Einer Arbeitsgruppe unserer Klinik ist eine sehr hochrangige Publikation mit einem spannenden Thema gelungen:

 

 

Mormann F, Dubois J, Kornblith S, Milosavljevic M, Cerf M, Ison M, Tsuchiya N, Kraskov A, Quiroga RQ, Adolphs R, Fried I, Koch C.
A category-specific response to animals in the right human amygdala.
Nature Neuroscience, im Druck

 

Zusammenfassung:

Im Rahmen der prächirurgischen Diagnostik können Forscher an der Bonner Universitätsklinik für Epileptologie mittels spezieller Mikroelektroden die Aktivität einzelner Nervenzellen aufzeichnen, während die Patienten beispielsweise Bilder von Tieren, Personen, Landschaften oder Gegenständen auf einem Computermonitor anschauen. Bei der Aufzeichnung von Nervenzellaktivität in der menschlichen Amygdala (Mandelkern), einer Hirnregion im tiefen Schläfenlappen, die mit der Verarbeitung positiver und negativer Emotionen in Zusammenhang gebracht wird, zeigte sich etwas Erstaunliches: Diese Nervenzellen reagieren häufiger, stärker und schneller auf Bilder von Tieren als auf andere Bilder. Bemerkenswerterweise fand sich dieser Effekt nur in der rechten, nicht jedoch der linken Amygdala. Mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie (fMRT) konnte die Aktivierung der rechten Amygdala durch Tierbilder auch bei gesunden Probanden nachgewiesen werden. Gleichzeitig konnte gezeigt werden, dass dieses Phänomen unabhängig von den emotionalen Inhalten der Bilder auftritt. Die bevorzugte Verarbeitung von Tierbildern in dieser Region erklärt sich möglicherweise durch die besondere Bedeutung, die Tiere (die häufig entweder Beute oder Räuber darstellten) in unserer stammesgeschichtlichen Entwicklung spielen. Die Tatsache, dass diese Aktivierung nur in der rechten Hirnhälfte zu sehen ist, könnte darin begründet liegen, dass sich die rechte Hirnhälfte schon früh im Verlauf der Evolution auf die Verarbeitung von unerwarteten und biologisch relevanten Reizen spezialisiert hat.

 

Die Studie ist ein Beispiel für die Möglichkeiten der Grundlagenforschung im Bereich der Epileptologie. Selbstverständlich haben alle Patienten der Teilnahme an der Studie zugestimmt und die klinischen Abläufe wurden durch die Durchführung der Studie in keiner Weise verändert.

 

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